Synchronschwimmen

Geschichte

Synchronschwimmen kommt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß „mit der Zeit schwimmen“.

„Syn“= mit, zusammen

„chronos“ = Zeit

In Deutschland wurde 1816 zum ersten Mal das Schwimmen mit Kunstfiguren erwähnt. Damals war der Sport allerdings nur den Männern vorbehalten. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts gingen auch die Damen an den Start und verdrängten die männlichen Kollegen, bis die Sportart in den 50er Jahren fast ausschließlich von Frauen betrieben wurde.

Der Begriff „synchronized swimming“ wurde 1934 bei der Weltausstellung in Chicago verwendet.

Seit 1984 gehört Synchronschwimmen zum Olympischen Programm. Es zählt aber mit der Rythmischen Sportgymnastik bis heute zu den einzigen Disziplinen, bei der nur Frauen zugelassen sind.

Ebenfalls im Jahr 1984: Der SSC Germania erweitert sein Angebot um diese schöne Sportart.

Zu den Weltmeisterschaften 2015 in Kazan (Russland) wurde nach langjährigem Kampf und unter großer Kritik einiger Länder das „Mixed“-Duett eingeführt. So durften erstmalig wieder Männer ihr synchronschwimmerisches Können mit ihren weiblichen Duett-Partnerinnen auf internationaler Ebene zeigen. Seitdem ist es auch in Deutschland möglich, das Mixed Duett zu schwimmen. Hier sind Männer in den meisten anderen Disziplinen ebenfalls zugelassen. Bei Olympia sind vorerst aber weiterhin nur das „normale“ Duett und die Gruppe als Disziplin dabei.

Auch die Sportart selbst hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt: Das typische Bild vom Synchronschwimmen mit „entspannt Bilder auf dem Wasser legen“, wird nur für Anfänger bzw. für Aufführungen genutzt. Die Küren von damals kommen den heutigen Synchros sehr „langsam“ vor. Die Aktiven müssen in einem kurzen Zeitraum viel mehr leisten. Dies ist auch daran erkennbar, dass die Vorgabe bei der Länge der Kürmusiken im Laufe der Jahre immer kürzer geworden ist. „Schneller, höher, spektakulärer“ zählt im Synchronschwimmen genauso wie bei anderen Sportarten. Die Zuschauer wollen unterhalten werden.

Im Jahr 2017 hat der Weltschwimmverband FINA entschieden, die Sportart von „Synchronized Swimming“ in „Artistic Swimming“ umzubenennen. In Deutschland wird aber vorerst die Bezeichnung „Synchronschwimmen“ beibehalten.

Synchronschwimmen – Was ist das?

Synchronschwimmen ist eine Sportart, die oft auch von Laien „Wasserballett“ genannt wird. Dennoch trifft diese Bezeichnung den Kern des Synchronschwimmens: Es werden Bewegungen im Wasser nach Musik präsentiert, die möglichst anmutig und leicht aussehen sollen.

Und leicht ist es ganz und gar nicht:

Bedenken Sie einmal folgendes:

  • Eine Bodenturnerin, die ihre Übungen unter Wasser vollführt…
  • Ein Wettschwimmen über 400 m Freistil, bei dem es kaum Gelegenheit zum Atmen gibt…
  • Die Figuren, Sprünge und Drehungen einer Eiskunstläuferin in einem völlig instabilen Medium….
  • Die Fähigkeit eines Wasserballspielers, sich kraftvoll über die Wasseroberfläche zu erheben, jedoch gepaart mit Eleganz…
  • Das künstlerische Flair einer Tänzerin, die ihr Publikum mit ihrer Musikalität und Choreographie gefangen nimmt…
  • Fügen Sie Anmut und Beweglichkeit hinzu und multiplizieren das ganze mit zwei, vier oder acht individuellen Sportlerinnen, die jede Einzelheit all ihrer Bewegungen genau aufeinander abstimmen müssen…

… DAS ist Synchronschwimmen

Training:

Trockentraining:

Das Trockentraining ist zur Vorbereitung gedacht und um die Grundlagen für das Wasser zu schaffen. Es beginnt mit Aufwärmen (z.B. in Form von Aerobic, Seilspringen, …) und anschließendem Dehnen. Danach folgt Spagatdehnung oder Ähnliches. Auch Krafttraining (wie Liegestütze, Sit-Ups, etc.) spielt hier eine wichtige Rolle: Um Arme oder Beine aus dem Wasser zu heben (ohne festen Untergrund) werden neben einer guten Körperspannung sämtliche Muskeln im Körper benötigt. Diese werden beim Trockentraining ebenso wie im Wasser trainiert.

Wenn es wieder auf Kürwettkämpfe zugeht, kommen auch Stehproben ins Programm. Dabei wird die Kür, die später im Wasser entstehen soll, an Land geübt.

Vor Pflichtwettkämpfen werden in der Trockenzeit die Pflichtfiguren schon einmal besprochen und die Bewegungen durchgegangen.

Wasserzeit:

Im Wasser sind Synchronschwimmer dann in ihrem Element:

„Einfaches“ Bahnenschwimmen, Sprints sowie Streckentauchen gehören ebenso zum Training wie Kraft-, Technik- und Koordinationstraining. Erst nach dem Einschwimmen geht es an den „richtigen“ Synchronschwimmpart: Je nach Saisonabschnitt wird dann an den Küren bzw. an der Pflicht gearbeitet.

Fazit:

Das Training ist zwar anstrengend, aber äußerst vielseitig und macht echt Spaß.